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Facebook-Kritik in multimedialer Reflektion

Falk Ebert  13. April 2010  6 Kommentare  4 Minuten zu lesen  Internet und Social Web

Kip Drordy hat eine Biene im Zimmer.

Ilse gone wild! Unsere Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dreht seit einiger Zeit ziemlich am Rad. Vielleicht weil Kühe in der Bevölkerung jetzt nicht so das Involvement mitbringen, agiert Frau Aigner nun als Social-Verbraucherschutz-Guru und geht, nach ihrer Kritik an Google StreetView, als nächstes gegen Facebook vor.

Es ist spannend zu beobachten, wie sich das Thema Facebook-Datenschutz im Internet entwickelt und wie unterschiedliche Menschen auf unterschiedliche Weise darauf reagieren. Deshalb gibt es heute für alle Gefahrgut-Leser einen kleinen Überblick über das Thema Facebook-Privacy in der multimedialen Rezeption.

Aus der SpOn-Redaktion

Fangen wir mit ein wenig guter, alter redaktioneller Arbeit an. Spiegel Online berichtet über das Vorgehen von Ilse Aigner.

Aigner goes WWW – die Agrarministerin verpasst sich ein modernes Image. Sie nutze jeden Tag das Internet, schreibt sie auch in ihrem Brief an Zuckerberg: „Beruflich wie privat.“ Sie sei Mitglied mehrerer sozialer Netzwerke, die eine Bereicherung und aus „unserem Leben nicht mehr wegzudenken“ seien.

Den zugehörigen Brief kann man übrigens im Originaltext bei Spiegel Online nachlesen. Und da steht sowas drin:

Sollte Facebook nicht bereit sein, seine Firmenpolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden.

Mitglied bei Facebook ist sie übrigens wirklich:

Ilse Aigner bei Facebook

Die Antwort per Microsite

Dass der Brief nicht besonders sachdienlich sein dürfte und oben zitierte Passage total peinlich rüber kommt, habe anscheinend nicht nur ich so empfunden.

Nico (mein Chef hier in Hamburg) fordert als Redaktion auf den Brief „Drohgebärden für alle“ und hat von Martin (meinem Kollege hier in Hamburg), der ebenfalls Fremdscham empfindet, kurzerhand eine Beschwerde-Microsite als deutliches Signal gegen alles hochgezogen!

Und die hat es in sich: Twitter, Facebook und RSS-Anbindung, einzeln verlinkbare Einträge und schickes Design machen die Seite zum neuen Dreh- und Angelpunkt deutscher Protestkultur! Wurde eben von mir beschlossen.

Nico Lumma sieht sich gezwungen

Sehe ich mich gezwungen

Kritik in Blogform

Deutlich weniger lustig, dafür analytisch stark, geht auch Christoph Kappes mit der Aktion in’s Gericht. Nachdem ihm vorab per Twitter der Hut hoch ging,liefert er einen guten Blogeintrag (alternativ bei Charta), in dem er darlegt, warum er die Aktion der Frau Aigner nicht nur für falsch, sondern sogar kontraproduktiv hält:

Es zeugt nicht von Sachkenntnis, dass die Beteiligten hier nur einen einzigen Aspekt thematisieren. Richtig wäre, einmal „das Ganze“ anzusprechen. Wenn sich in diesem einen Fall die öffentlichen Wogen wieder glätten, wie sie das nach einigen Monaten immer tun, wird es umso schwieriger werden, das „System Facebook“ zu kritisieren und Grenzen zu setzen.

Sixtus vs. Lobo

Natürlich lassen es sich auch Rotschopf Lobo und Rasender Reporter Sixtus nicht nehmen, das Thema in ihren Sixtus vs. Lobo Videocast zu bequatschen. Heraus gekommen ist eine nicht schlechte Episode:

Und South Park darf da nicht fehlen

Denn wo ein Buzz ist, ist South Park. Natürlich kommt in der Episode keine Ilse Aigner vor, auch wenn das ein sehr amüsanter Gedanke wäre. Dafür gibt es neben der Facebook-Thematik auch einen kleinen Seitehieb auf Chatroulette.

Nachdem schon die WoW-Folge grandios war, hatte ich wirklich große Erwartungen an die Episode. Und sie wurden nicht enttäuscht!

1404 – You Have 0 Friends

Zwar wissen wir schon lange, dass Farmville öde ist und echte Facebook-Freunde nicht mit echten Freunden zu verwechseln sind, doch die Tatsache, dass Facebook-Freunde keine Währung ist, ist noch nicht bei jedem angekommen. Auch die Tron-Anspielungen liefern für den Otto-Normal-Nerd ausreichend und bei Cartmans Präsentation von Chatroulette lag ich unter dem Tisch.

Wie auch immer, schaut euch die Episode an und ihr werdet wissen, was das Bild zu Beginn des Artikels bedeutet!

Falk Ebert

Falk Ebert hilft Firmen, die Vorteile der Digitalisierung für ihr business zu nutzen. Neben dem Technologie-Optimismus ist er getrieben von seiner Liebe für die Wissenschaft, das Reisen in neue Länder und das Lernen von neuen Sprachen.

  • Ha! „Sollte Niklas Luhmann nicht bereit sein, die Verständlichkeit seiner Systemtheorie zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden.“

    Wenn das mal nicht von dir kommt, Falk. Wusste gar nicht, was da in Deutschland schon wieder am Start ist um ehrlich zu sein. Was man so alles verpasst am anderen Ende der Welt. Wundert mich aber mal wieder nicht wirklich, hahaha – ich wette Zuckerberg hat die Hosen voll..

    • Haha, nicht von mir, aber 100,0% agreed!!

  • Danke für den spitzen Artikel. Ich war letzte Woche bereits einmal auf dem Blog hier. Mal sehen, eventuell lockt mich die Suchmaschine ja noch einmal hier her.

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