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Der wichtigste Lifehack für jeden Smartphone-Nutzer

Falk Ebert  29. Juni 2015  2 Kommentare  2 Minuten zu lesen  Mobile

Wie viel Zeit verdaddelt ihr täglich mit 9gag, Clash of Clans oder dem Facebook Newsfeed?

Falls die Antwort auf diese Frage nicht „null“ ist, habe ich einen einfachen, aber wirkungsvollen Lifehack für euch. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis von letzter Woche: Millisekunden entscheiden über eure digitalen Gewohnheiten.

Was zu tun ist

Teilt alle Apps in vier Kategorien:

  1. Fördern die persönliche Entwicklung, aber selten verwendet
  2. Sind nützliche Helfer, sind im täglichen Gebrauch
  3. Machen tatsächlich noch Spaß, aber sind Zeitkiller
  4. Flashen schon lange nicht mehr, aber machen süchtig

Kategorie eins sind Apps wie Memrise, Duolingo, eure ToDo-App oder die App, mit der ihr Sachbücher lest. Die schiebt ihr auf die erste Seite des Homescreens und gebt ihnen volle Push-Rechte. Wenn es nur einen Klick kostet sie aufzurufen, ist es einfacher, sich aufzurappeln.

Kategorie zwei sind die Mail-App oder der Feedreader. Die dürfen auf dem Homescreen bleiben, bekommen aber alle Push-Rechte entzogen.

Kategorie drei könnt nur ihr entscheiden. Ist 9gag wirklich noch so gut, wie es ein mal war? Macht Clash of Clans wirklich noch Spaß? Dann lasst es auf eurem Gerät. Aber schiebt es auf die dritte Homescreen-Seite in einen Ordner, der „guilty pleasures“ heißt. Push komplett aus. Das ist das Wichtigste dieser Methode! Es muss euch jedes Mal mindestens zwei Swipes und zwei Klicks kosten, diese Apps aufzumachen. Eure Nutzung wird automatisch zurückgehen.

Kategorie vier einfach vom Gerät werfen. Life is short.

Wenn ihr es richtig gemacht habt, habt ihr euch selbst gehackt.
Nehmt euch die fünf Minuten, es lohnt sich!

So funktioniert der Umstieg auf die Dvorak Tastatur

Christian Faller  24. Juni 2015  9 Kommentare  8 Minuten zu lesen  Zeugs und Kleinkram

Vor einigen Jahren bin ich zum ersten Mal über einen Hinweis auf ein anderes Tastatur Layout gestoßen: Dvorak. Nein nicht nach dem begnadeten böhmischen Komponisten Antonín Dvořák benannt, sondern nach dem amerikanisches Professor August Dvorak.

Was ist Dvorak?

Als ich davon hörte, staunte ich nicht schlecht: Dvorak ist eine Alternative zur QWERTY (oder QWERTZ) Tastatur, also der Tastatur, mit welcher wir alle schreiben gelernt haben. Das Dvorak Layout verspricht aber nicht weniger als eine signifikant erhöhte Schreibgeschwindigkeit, weniger Fehleranfälligkeit sowie eine angenehmere Haltung der Hände.

Klingt alles super. Nachdem ich mir die Tastatur jedoch angesehen hatte, war der Plan schnell wieder verworfen. Was für ein Freak muss man schließlich sein, um sich das anzutun, richtig?

Dvorak Tastatur

Bildquelle: Satre5 aus der deutschsprachigen Wikipedia

Nunja, einige Jahre später war es nun soweit und ich habe mir das Ganze nochmal anders überlegt. Immerhin steht es in Aussicht, dass ich bis an mein Lebensende noch relativ viel tippen werde…

Zudem verspricht die Dvorak Community, dass man die Tastatur in nur 18 Stunden lernen kann. Das klingt doch ganz machbar.

Aber alles von vorn!

Warum macht es Sinn, auf Dvorak umzusteigen?

Nunja, es gibt viele Gründe. Prinzipiell ist es eine recht eindeutige Entscheidung, denn es ist offensichtlich, dass Dvorak das besser Layout ist. Das QWERTY Layout ist ohne Übertreibung völliger Schwachsinn – ein Relikt aus der Schreibmaschinenzeit, wo man die Tasten so bekloppt wie möglich anordnen musste, dass sie sich nicht mechanisch verklemmten. Wer Lust auf ein bisschen Hintergrund hat, dem lege ich gerne den Dvorak Comic nahe (sehr unterhaltsam):

Dvorak Zine

Bildquelle: DVZine.org

Um es aber kurz zu machen, hier sind einige Gründe, die für Dvorak sprechen. Ich zitiere Wikipedia:

Die Tastaturbelegung benutzt eine andere Tastenanordnung, um weniger Ermüdung und schnelleres Schreiben zu ermöglichen. So befinden sich (für englische Tipper) 70 % der Anschläge auf der mittleren Buchstabenreihe, die Grundreihe genannt wird. Bei der QWERTY-Tastaturbelegung sind dies nur 32 %. Zudem liegen 22 % statt 52 % der Anschläge auf der oberen Reihe und nur 8 % statt 16 % auf der schlecht erreichbaren unteren Reihe. Auch dadurch, dass sich beide Hände möglichst abwechseln, wird die Schreibgeschwindigkeit erhöht. Und schließlich werden starke Finger mit Dvorak mehr verwendet als mit der QWERTY-Belegung, welche zum Beispiel den schwächsten Finger (linker, kleiner Finger) fast so oft verwendet wie den zweitstärksten (rechter Mittelfinger).

Laut Dvorak-Benutzern wandern die Finger eines QWERTY-Tippenden an einem gewöhnlichen Arbeitstag ungefähr 30 km, mit Dvorak wären es nur 1,8 km. Auch mache man doppelt so viele Fehler auf QWERTY-Tastaturen wie auf Dvorak, einfacher zu lernen sei dieses System überdies: Um 40 Wörter pro Minute zu erreichen, brauche man durchschnittlich 56 Stunden Lernzeit, aber nur 18 Stunden mit Dvorak. Für Leute, die das Schreiben mit zehn Fingern lernen wollen, aber schon lange mit ihrem eigenen System schreiben, bietet sich auch gleich der Umstieg der Tastaturbelegung an, da so die schlechten Angewohnheiten kaum übertragen werden.

Das hat mich überzeugt. Ich habe also den Entschluss gefasst, umzusteigen. Aber wie?

Umstieg auf Dvorak: Tipps und Installation

Praktischerweise ist Dvorak bei den meisten Systemen bereits vorinstalliert. Unpraktischerweise aber nur auf Englisch, d.h. ohne Umlaute. Also habe ich mir das deutsche Layout Dvorak Type 2 heruntergeladen und installiert, was eine Sache von Sekunden war.

Leider arbeite ich üblicherweise an meinem Dell Notebook, wo es schwer möglich ist, die Tasten aus der Tastatur herauszubrechen und neu anzuordnen. Ich habe also mit kleinen Kleberchen Abhilfe geschaffen (siehe Bild oben), was allerdings völlig redundant war, da man ja blind schreiben möchte. Mehr geholfen hat mir ein ansonsten eher ungenutzte Tool von Windows: Die Bildschirmtastatur:

Bildschirmtastatur

Diese hatte ich mir eine gute Woche fest auf den Bildschirm gepinnt, was eine große Hilfe beim Suchen der Tasten war. Und ja, der Anfang war recht schwer. Sehr sogar. Wie beim Sprachen lernen bin ich „cold turkey“ gegangen. Als der Entschluss gefasst war umzusteigen, gab es keine Ausnahmen mehr. Ich habe auf beiden Notebooks ausschließlich mit Dvorak geschrieben. Auch bei der Arbeit.

Das Resultat war eine brutuale erste Woche mit kurzen E-Mails, die – keine Übertreibung – eine Stunde oder länger gedauert haben. Aber no pain no gain. Ich bin der Meinung, wer den einfachen Ausweg nimmt und in wichtigen Fällen einfach auf das QWERTY Layout zurück springt, der wird Dvorak nie lernen. Zu schnell bescheißt man sich selbst. Oder, um es in den Worten von Richard Feynman noch treffender zu sagen:

The first principle is that you must not fool yourself – and you are the easiest person to fool.

Hat es Spaß gemacht? Nein.

Das war vor recht genau drei Monaten. Seitdem habe ich kein Wort auf einer QWERTY Tastatur geschrieben.

Hält Dvorak das was es verspricht?

Für mich: Ja.

Die 18 Stunden Lernzeit waren völlig untertrieben. Es fühlte sich an wie 1.000 Stunden. Aber ich glaube das liegt daran, dass ich bei „18 Stunden“ mit ca. 4-5 normalen Tagen gerechnet hatte. 18 Stunden reine Tippzeit sind aber tatsächlich eine gefühlte Ewigkeit. Nach zwei Wochen war aber der extreme Kampf überwunden und mit etwas Konzentration konnte ich recht flüssig, wenn auch immer noch sehr langsam schreiben, ohne Tasten zu suchen.

Da ich das 10-Finger-System zwar in der Schule gelernt hatte, aber sich über die Jahre mein eigenes 6,75-Finger-System entwickelt hatte (das irgendwie fast alle zu nutzen scheinen) war es für mich gleichzeitig eine Chance endlich das korrekte System zu lernen. Ein einmal falsches QWERTY System lernt man nämlich aller Wahrscheinlichkeit nicht so einfach nochmal um. Zu arg sind die Gewohnheiten eingefleischt.

Nun, nach drei Monaten, kann ich sagen: Ja, ich mache noch einige Fehler. Vor allem wenn ich nicht im Schreibfluss bin, sondern nur mal eben die Finger auf die Tastatur klatsche, um eine URL einzutragen, mache ich noch extrem viele Fehler. Das liegt vor allem daran, dass ich es nie gewohnt war, den kleinen Finger zu nutzen. Der war in meinem 6,75-Finger-System nämlich praktischer Weise nicht vorgesehen. Entsprechend musste er von Null aufgebaut werden und muss nach wie vor viel Feingefühl entwickeln. Aber das wird. Ich merke noch immer wöchentliche Verbesserungen.

Wenn ich in einem guten Fluss bin, wie jetzt bei diesem Artikel, glaube ich, dass ich meine alte Geschwindigkeit fast wieder erreicht habe. Ich denke aber, dass es noch weitere drei Monate dauern wird, bis es voll und ganz in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die Angewohnheiten von 15 Jahre Tastaturnutzung in einem anderen Layout legt man eben nicht von heute auf morgen ab – da bin ich aber auch nicht naiv.

Aber der Einsatz rechtfertigt sich, wenn man bedenkt, dass ich die nächsten 80 Jahre nun die Früchte ernten werde. Den ROI habe ich nämlich quasi schon erreicht.

Dieser Blogpost spricht als Beispiel etwa ebenfalls klar für Dvorak. Hier ist der direkte Vergleich dieses Artikeltexts zwischen QWERTY und Dvorak:

Dvorak Efficiency

Ich habe außerdem gerade einen kurzen Speedtest gemacht, wie schnell ich tippe. Ich habe den Test ohne Vorbereitung oder spezielle Konzentration gemacht und um Schwankungen zu bereinigen drei Mal direkt in Folge gemacht. Hier die Ergebnisse:

Dvorak Speedtest

Wie gesagt, nicht der Speedrekord schlechthin, aber auch nicht schlecht, dafür dass es erst mein dritter Monat damit ist. Ich bin ganz zufrieden. Leider hatte ich nicht vor darüber zu bloggen und daher keinen Vergleichstest mit QWERTY vor meiner Umstellung gemacht.

Update: Mit etwas Konzentration habe ich dann nach dem Artikel noch einen vierten Test gemacht und konnte nochmal paar Worte rausholen, aber der Wert pendelt sich definitiv um die 60 bei mir ein. Was ich dennoch solide finde, dafür dass ich mit QWERTY ganze 15 Jahre unterwegs war und vermutlich auch nicht viel schneller geschrieben habe.

Dvorak 4

Fazit

Nun kann jeder für sich entscheiden, was er daraus schließt. Ich sehe die Sache so, dass nichts dagegen spricht umzulernen. Rational betrachtet, wäre es sogar falsch, es nicht zu tun, denn die Tastenanschläge in der Mittelzeile sprechen eine klare Sprache. Am Ende ist es eine Frage des Anspruchs an sich selbst: Bin ich nach 15 oder mehr Jahren noch gewillt, mich selbst vor eine riesige Herausforderung zu stellen oder bin ich schlichtweg zu bequem dafür?

Erstaunlicherweise scheint tatsächlich jeder zu bequem zu sein, weshalb immer noch Millionen Notebooks im Jahr mit einer dämlichen Tastatur verkauft werden. Gleichzeitig zeigen wir aber mit dem Finger mahnend auf einen 70-Jährigen, der keine Lust hat, sich im hohen Alter noch mit „diesem Internet“ zu befassen, wo er doch auch 70 Jahre lang gut damit auskam jeden Tag 15 Briefe zur Post zu bringen statt eine dieser neumodischen E-Mails zu schreiben.

Ich für meinen Teil bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein und glaube nicht, dass ich jemals wieder zurückwechseln werde.

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