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Social Media: Störungen haben Vorrang

Falk Ebert  19. September 2016  Keine Kommentare   eine Minute zu lesen  Internet und Social Web, Marketing

Auf ihren Webseiten können Unternehmen schreiben, was sie möchten. Hauptsächlich deshalb, weil die sowieso niemand anschaut.

Auf Twitter ist das etwas anders. Solange ein bestimmtes Thema kocht, bestimmen dort die User, worüber geredet wird.

Schauen wir uns – mit etwas Abstand – doch mal an,  was passierte, als Niantic (Ingress und Pokémon GO) es gewagt hat, über Ingress zu sprechen, während Brasilien noch auf Pokémon GO warten musste.

Hier der Tweet:

Und hier die Reaktionen der User:

Kommentare

Natürlich habe ich nicht alle Kommentare durchgeschaut. Aber ich kann zumindest sagen:

Unter den ersten 100 Replies war kein einziger, der nicht das Thema „Pokémon GO in Brasilien“ zum Thema hatte.

Wir lernen: Erst die Probleme lösen, dann Themen setzen.

Im Social Web entscheiden die User, was gerade interessant ist.

Das Problem, das Günter Öttinger umgibt, wurde bei Logbuch Netzpolitik neulich ziemlich gut auf Punkt gebracht: „Man weiß noch gar nicht mal so richtig, ob ihm das Internet überhaupt Spaß macht.“

Leider scheint die Lage noch schlimmer zu sein. Obwohl er schon ein paar Jahre den Titel „Commissioner for Digital Economy & Society“ für Europa trägt, müssen wir uns langsam fragen, ob er das Internet denn überhaupt ansatzweise verstanden hat.

Hier der Tweet (falls er gelöscht oder nicht angezeigt wird hier):

Meine Fragen dazu:

  1. Warum lese ich bei seinem Account-Namen immer noch „GO, ettinger, EU!“?
  2. Seit wann ist es legitim, ein „ungleich“ für „nicht“ zu verwenden? Was ist das für 1 Sprache?
  3. Gibt es ernsthaft jemanden, der sich sorgt, dass es in Zukunft ein Mangel an zu verlinkenden Zeitungsartikeln geben würde? War das nicht neulich noch andersrum?
  4. Geht der Link auf eine Paywall-Seite der FAZ oder ist er einfach kaputt? Warum wird nicht davor gewarnt, wenn man auf eine Paywall verlinkt, wie es bei Twitter Sitte ist?
  5. Wer ist so narzisstisch, Zitate-Bilder von sich selbst zu posten?
  6. Warum würde man auf so ein Bild den eigenen Twitter-Handle mit drauf machen?
  7. Weshalb wählt man dafür ein Bild aus, auf dem man aussieht, als wäre man der Imperator, der gerade zum Macht-Blitz ansetzt? Hat das Bild irgendwas mit dem Zitat zu tun?
  8. Wer dachte, dieser Milchglas-Kasten würde gut aussehen?
  9. Warum verwendet jemand, der sich für die deutsche Sprache in Brüssel einsetzen möchte, amerikanische Anführungszeichen?
  10. Und seit wann setzt man Leerzeichen beim Datum?
  11. Wie kann es didaktisch hilfreich sein, ein „iPhone“ (haptisches Produkt eines Herstellers), ein Tablet (Gattungsbegriff für Hardware) und „Facebook“ (digitales Produkt eines Herstellers) in den selben Topf zu werfen?
  12. Wie genau bieten iPhones, Tablets oder Facebook „news feeds“? Bieten die nicht eher Aggregatoren an (bzw. im Falle von Facebook: sind ein Aggregator)?
  13. Wenn diese Aggregatoren die Inhalte von Verlagen nutzen und die angebotenen Inhalte in der verwendeten Form einen relevanten wirtschaftlichen Wert haben, müssten dann nicht die Verlage am längeren Hebel sitzen?
  14. Wie genau will Oettinger die Verlage gegen (!) Tablets stärken? Hatten nicht die Verlage einst Tablets als die gigantische Chance für ihr Geschäftsmodell gesehen?
  15. Warum sind das iPhone (seit 2007), Tablets (seit den 80ern) und Facebook (seit 2004) neue (!) Dienste? In welcher Zeitrechnung leben Oettinger und die Verlage?
  16. Warum machen wir mit dem Quatsch weiter, wenn schon das Leistungsschutzrecht in Deutschland von Experten fast einhellig als eine „Katastrophe“ bezeichnet wurde?
  17. Wie nennt man das noch mal, wenn man immer das Gleiche tut und unterschiedliche Ergebnisse erwartet?
  18. Weshalb haben eigentlich die Verlage es über 20 Jahre lang verschlafen, selbst ein halbwegs akzeptables Angebot für solche „news feeds“ zu schaffen?
  19. Weshalb gibt es „iPhones, Tablets und Facebook“ eigentlich nicht aus der EU und was hat Oettinger dafür getan, dass sich das ändert?
  20. Wo sind wir hier denn eigentlich?

Das letzte Wort hat Julian.

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