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Kreativ-Agenturen haben ein kleines Ego-Problem: Sie möchten ständig etwas komplett Neues erschaffen. Denn irgendwie scheint man noch nicht ganz durchgeholt zu haben, dass Kreativität immer nur das Zusammensetzen von existierenden kulturellen Bausteinen ist (schöne TED Radio Hour dazu).

Konkret: Wenn etwas so ähnlich schon mal gemacht wurde, ist die Idee gestorben. Selbst dann, wenn die kommunikative Mechanik oder die Bildwelt gut funktioniert hat. Selbst dann, wenn nur ein winziger Bruchteil der Zielgruppe überhaupt jemals davon gehört hat.

Ich habe ernsthaft schon gute Werbespot-Ideen für eine Versicherung sterben sehen, nur, weil eine Versicherung in den USA vor drei Jahren auch mal was mit einem Hund gemacht hat.

Das Marketing in großen Unternehmen hat genau die umgekehrte Krankheit: Sie wollen nichts machen, was nicht in einer sehr ähnlichen Form schon mal gemacht wurde. Idealerweise mehrfach. Idealerweise von einem DAX-Konzern. Idealerweise von einem DAX-Konzern, der dem eigenen sehr ähnlich ist.

Denn große Unternehmen sind leider oft angstgetrieben (kein Geheimnis). Und „[Wettbewerber Nr.1] hat das schon letztes Jahr gemacht“ ist ein besseres Argument als „der Juniortexter der Kreativ-Agentur hat das Gefühl, das wird ein Knaller“. Besonders dann, wenn man mit dem CMO spricht. Und ganz besonders dann, wenn die eigene Karriere auf dem Spiel steht.

Was daraus resultiert ist Ideen-Tauziehen.

Wir wollen die Konsumenten überraschen – mit Dingen die sie schon gesehen haben. Wir wollen fancy hot shit machen – den andere DAX-Konzerne schon getestet haben. Wir feiern gemeinsam den Ideenblumenstrauß – und machen dann Banner plus Vignettenspot (siehe auch) im Fernsehen. Wir machen einen Offsite-Design-Thinking-Workshop – und nichts überlebt die Rückkehr ins Büro.

Effektivere Kommunikation braucht zwei Dinge. Opportunistischere Kreative und mutigere Manager.

Gehört ihr zu den Menschen, denen die zunehmende Vernetzung unserer Welt Angst macht? Dann ist jetzt der ideale Moment, um Strg+W zu drücken.

Was geht schon heute?

Denn dieser Artikel ist für Menschen, die Spaß daran haben, das Internet der Dinge zu entdecken. Ein paar Beispiele dafür, was heute schon möglich ist:

In dem Moment, als ihr euren WiFi-Bereich verlasst, schaltet automatisch der Bewegungsmelder bei euch zuhause scharf. Als sich etwas in der Wohnung bewegt, bekommt ihr automatisch einen Video-Stream aufs Smartphone geschickt.

Videoabend! Mit einem Klick auf den Knopf an der Wand geht das Licht überall in der Wohnung aus, der Fernseher und der Verstärker an und die Heizung macht den Abend angenehm warm im Wohnzimmer, wartet aber mit dem Heizen des Schlafzimmers.

Laut Wettervorhersage wird es heute extrem warm und trocken, außerdem meldet der Sensor im Blumenkübel, dass die Pflanzen Durst haben. Eine Pushnachricht auf eurem Smartwatch meldet euch, dass deshalb die automatische Bewässerung eben angesprungen ist.

Das ist alles kein Science-Fiction. Und auch kein Pilotprojekt im Keller des MIT. Sondern für jeden machbar.

Das Internet of Things für Jedermann

Die Leitlinien für diese Zusammenstellung:

  • Alle Artikel müssen bei Amazon in Deutschland bestellbar und vorrätig sein. Keine Pre-Order-Artikel wie flic oder pixie und keine Artikel, die nur schwierig aus den USA zu beziehen sind wie die Whirlpool Waschmaschine.
  • Alle Artikel müssen einfach in Betrieb zu nehmen, ins Internet zu bringen und zu bedienen sein. Ohne aufwändiges Verkabeln und ohne Code schreiben.
  • Reine Internetverbindung reicht nicht, das Gerät muss entweder mit einer guten App oder mit einer IFTTT-Schnittstelle zugänglich sein, damit es auch wirklich mit anderen Diensten in Verbindung treten kann.

Also schauen wir mal, was es in Sachen Smart Home aktuell in Deutschland zu kaufen gibt…

Wiegen

withings, der iot klassiker

Withings WS-50
Der Vorreiter und Klassenprimus in Sachen Connected Home. Diese Wage analysiert nicht nur Fett und Gewicht, sondern auch die Luftqualität.
150 Euro

XIAOMI Smart MISCALE
Die Alternative von Xiaomi (Gefahrgut-Leser erinnern sich). Eigenet sich vor allem für Leute, die auch das Smartband der Chinesen (MiBand) besitzen.
75 Euro

 

Überwachen

haus überwachen mit smartphone

iSmart Alarm Preferred Package
Anders als Design und Name (Apple hast sich iX nie schützen lassen) vermuten lassen, nicht von Apple: Ein Starter Kit zur Heimüberwachung.
160 €

Nest Cam
Früher Dropcam, dann von Google gekauft und zu unter die „nest“ Marke (die mit dem Thermostat) eingeordnet. Nicht billig, aber mit FullHD und guter App-Anbindung.
300 €

Parrot Pflanzen-Sensor
Für Menschen mit eher braunschwarzem Daumen vielleicht die letzte Chance, Pflanzen in der Wohnung zu haben ohne den unvermeidbaren Flora-Genozid.
40 €

Smappee Energiemonitor
Eine tolle Erfindung mit einem dummen Namen. Drei Sensoren überwachen euren Stromverbrauch (oder die Stromgewinnung, wenn ihr eine Solaranlage habt). Dadurch kann euch euer Smartphone z.B. warnen, wenn ihr beim Verlassen des Hauses noch den Heizstrahler angelassen habt. Außerdem hilft das System beim Stromsparen.
210 €

Hell machen

philips hue wifi lampen

Philips hue Starter Kit
Der Marktführer in Sachen WiFi-gesteuerte Leuchten. Leider ziemlich teuer, dafür aber dank LED-Technik auch lange haltbar.
170 €

Belkin Wemo Smart LED Lampe
Die Konkurrenz kommt vom Hersteller Belink und ist ebenfalls über IFTTT steuerbar.
30 €

An- und Ausmachen

belkin wemo intelligente steckdose

Belkin Wemo Home Automation Switch
Die Idee einer intelligenten Steckdose ist es, dass man sehr dumme Geräte dahinter hängen kann und sie dadurch fernsteuerbar und automatisierbar werden. Also z.B. einen Ventilator, ein altes Radio oder eine Lichterkette.
40 €

Belkin Wemo maker
Das selbe in Grün, allerdings für Niederspannungsgeräte, inklusive Niederspannungssensoren. Also deshalb (wie der Name schon verrät) eher an Bastler gerichtet.
80 €

Und sonst so?

harmony

Logitech Harmony Hub
Eine Brückentechnologie, die nicht smarte Geräte mit Infrarot-Steuerung (man denke an TVs, Radios, Klimaanlagen oder Videobeamer) ansprechen kann und damit über eine Universalfernbedienung und in letzter Instanz Apps zugänglich macht.
80 €

Honeywell evohome Gateway Starter Paket
Nach dem großen Erfolg von nest hat man inzwischen auch bei Honeywell den Schuss gehört. Ergebnis ist ein für den Endverbraucher bedienbares System zur Heizungssteuerung mit Smartphone und IFTTT-App. Und das kann auf tatsächlich reativ schnell seinen Preis in Form von Heizkosten-Sparen wieder reinholen. (Disclosure: Mein dad arbeitet für Honeywell, ist jedoch nicht an evohome beteiligt).
260 €

blink(1) mk2
Da Laptops – anders als Smartphones – in der Regel keine Benachrichtigungs-LEDs haben, kann blink(1) hier Abhilfe schaffen. Einmal eingesteckt, dient er als frei programmierbare Alarmleuchte.
30 €

Braun Oral-B PRO 7000
Weil quantified self nicht bei der Zahnhygiene aufhören muss. Die App hilft auf jeden Fall beim Putzen und liefert eine gute Dokumentation. Ich kann im Moment nur nicht sagen, wie es mit Daten-Export aussieht.
130 €

Little Bits
Die Idee: Kids Elektronik beibringen, ohne dass sie dafür einen Lötkolben in die Hand nehmen müssen. Leider absurd teuer. Andererseits vielleicht die letzte Chance, der Generation Angry Birds so Dinge wie Widerstände, Pulser und Logik-Gatter nahezubringen. Und die Beispiel-Projekte sehen fantastisch aus.
200 €

Perfect Drink Hausbar
Küchenwaage plus App plus Shaker gleich perfektes Cocktail-Training. So die Logik dahinter. Ob das mehr Spaß macht als das Schütten nach Augenmaß? Ich habe es noch nicht getestet.
90 €

Viel Spaß beim Ausprobieren! Habe ich ein Gerät vergessen, das hier hingehört? Sagt es mir in den Kommentaren!

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