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Zu Beginn der fünften Staffel habe ich noch darüber gerantet, wie es schlichtweg keinen brauchbaren Stream für Game of Thrones in Deutschland gibt. Damals gab es viel hin und her: Der Stream tauchte kurz bei Amazon und anderen Diensten auf und ist dann ohne eine Erklärung wieder verschwunden. Jetzt, für die Staffel 6, sieht es deutlich besser aus:

Ich streame Game of Thrones – und das vollkommen legal! Ein irres Gefühl.

Wenn man erst mal ein gewisses Alter (oder Haushaltsnettoeinkommen) erreicht hat, ist der wichtigste Grund für illegales Downloaden und Streamen nicht mehr der Preis des Contents. Es ist schlichtweg Convenience, was eine nette neudeutsche Umschreibung für Faulheit ist.

Und Sky, die noch für Staffel 5 die Exklusivrechte hatten, können da leider nicht punkten:

  • Ich muss zunächst deren Produkte und Pricing auf den wirren Websites verstehen.
  • Ich bekomme Hardware nach Hause geschickt, die ich technisch schlichtweg nicht benötige.
  • Von Freunden weiß ich, dass man durch Verhandeln oder cleveres Buchen viel Geld sparen kann. Dafür habe ich aber weder Zeit noch Lust.
  • Es gibt 10-stellige Kundennummern statt einfachem Mail-Login.
  • Vertragslaufzeit. Ein Wort, bei dem sich mir die Fingernägel biegen.

Und dann war da noch das.

Amazon Video bietet mir den Stream dagegen genau so, wie ich ihn haben will:

  • Mit einem Klick bekomme ich legalen Zugang.
  • Stream auf allen meinen Geräten (auch über Chromecast) und Download in den mobilen Apps für unterwegs.
  • Wahlweise Deutsch und Originalton.
  • In HD.

GoT im Stream bei Amazon

Auch nett: xray, das zu jeder Szene die Schauspieler zeigt, sobald man den Player anhält:

Game of Thrones mit Amazon xray

Der Preis? Nicht ganz billig. Für die HD-Version zahlt man 28,99 Euro. Also in etwa das, was man auch für eine Staffel Walking Dead oder House of Cards bezahlen würde. Und noch ein Problem gibt es: Die Folgen erscheinen immer erst am Dienstag. Wer also am Montag Abend schon mitreden will, muss doch wieder andere Wege gehen.

Ob es euch das wert ist, müsst ihr selbst entscheiden. Hier ist der Link zu Amazon.

Ich habe für mich immer gesagt, sobald mir HBO ein faires Angebot macht, zahle ich gerne.

Hoffen wir nur, dass Amazon die Serie nicht wieder unangekündigt aus dem Programm nehmen wird. Besonders nicht, bevor wir nicht wissen, wie das Schicksal eines ganz gewissen Hauptcharakters aussieht…

Wenn Facebook ein neues Feature ausrollt, ändert das mal eben das tägliche Mediennutzungsverhalten von 1,6 Milliarden Menschen. Grund genug, genauer hinzuschauen, wenn ein so wichtiges Feature wie die Instant Articles gestartet wird.

Was sind Instant Articles?

Die Idee dahinter ist einfach: Ein Inhalte-Anbieter, der regelmäßig Content auf einer Website veröffentlicht, schickt die Inhalte mit einer bestimmten Formatierung zusätzlich an Facebook. Wenn ein Nutzer dann in der mobilen App von Facebook einen solchen Artikel antippt, öffnet sich nicht mehr ein Browser, um die Website dazu aufzurufen. Stattdessen sieht der Nutzer den Inhalt direkt in der Facebook App, was schneller und weicher passiert, als es beim Aufrufen einer externen Quelle jemals sein könnte:

Der Inhalt kommt sofort von rechts ins Bild geschossen und ist mit einer Wischbewegung auch wieder weg.

Was bedeuten Instant Articles für die  Nutzer?

Aus der Perspektive des User Experience erst mal nur Gutes: Wer regelmäßig Nachrichten oder Blogs liest, wird diese Funktion zu schätzen wissen. Die Inhalte sind durch dieses Feature nicht nur schneller da, sie sind auch perfekt für mobiles Lesen optimiert. Dadurch, dass die Anbieter ihre Artikel stylen können, wird noch besser als bei einem RSS-Reader erkennbar sein, welche Quelle den Artikel anbietet.

Aus einer gesellschaftlichen Perspektive kann man jedoch fragen, ob es sinnvoll ist, die vierte Gewalt von einem so starken, nicht-öffentlichen und nicht-demokratischen Gatekeeper wie Facebook „hosten“ zu lassen. Langer Satz, lange Diskussion. Die Akzeptanz des Features und die generelle Entwicklung von Facebook in der Zukunft werden die Wichtigkeit dieser Debatte zeigen.

Was bedeuten Instant Articles für professionelle Inhalte-Anbieter?

Aus der Branchen-Perspektive erst mal nichts Gutes. Facebook und Content-Anbieter sind seit jeher im Wettbewerb um die Werbe-Etats, da sich beide hauptsächlich durch Aufmerksamkeit der Nutzer finanzieren. Und jetzt holt sich Facebook auf eine zweite Art ein Stück des Werbe-Kuchens: Nicht mehr nur durch Werbung in der Timeline. Sondern auch durch Werbung direkt  bei den Inhalten. Die Erlöse teilen sich Facebook und der Anbieter.

Für das einzelne Medium wird es vermutlich spieltheoretisch dennoch sinnvoll sein, mitzumachen. Denn so ist die Medienmarke viel näher am mobilen Durchschnitts- Konsumenten. Und die Publisher bekommen noch etwas, was sonst unerreichbar für sie ist: Die genaue Demografie der Nutzer. Und auch wenn Facebook das vehement bestreitet, ist auch nicht sicher, ob Instant Articles nicht doch einen unfairen Vorteil im Kampf um das Ranking in den Streams der Nutzer bekommen. So wie Facebook-Videos knallhart gegenüber YouTube-Verlinkungen bevorzugt werden, kann es gut sein, dass auch Instant Articles bald messbar deutlich besser performen werden.

Was bedeuten Instant Articles für Hobby-Blogger

Wir vom Gefahrgut Blog monetarisieren unsere Inhalte nicht. Wir schalten keine Werbung. Deshalb ist es für uns tatsächlich auch nicht wichtig, wie viele Page Impressions wir haben. Interessant, aber nicht wichtig.

Wer mit seinem Blogging – so wie wir – einfach nur viele Menschen erreichen möchte, für den gibt es kaum einen Grund, die Funktion nicht zu implementieren. Das ist zwar etwas technisch aufwändig, aber bietet klare Vorteile für die Leser.

Was bedeuten Instant Articles für das Content Marketing

Hier ist die Lage ähnlich wie bei den Bloggern. Möchte ich meinen Content konvertieren, also z.B. in Anmeldungen und Leads umwandeln, muss ich testen, welchen Einfluss das Feature auf meine Ziele hat.

Wer seine Inhalte einfach nur unters Volk bringen möchte, um mit Produkten und Marke im Gespräch zu bleiben – go for it!

Und was bedeuten Instant Articles für Facebook?

Das ist der vielleicht spannendste Punkt. Der Aufwand, den Facebook in die Instant Articles gesteckt hat, zeigt, wie wichtig das Feature für das Netzwerk ist. Kombiniert man diesen Fakt mit den neuesten Newsfeed-Testings und den neueren Trends im Nutzerverhalten, sieht man ein Muster:

Facebook wird in Zukunft weniger öffentliches Tagebuch sein und mehr die digitale Zeitung des Otto-Normalnutzers.

Und das ergibt Sinn, wenn man sich anschaut, wie Messenger, Instagram und Snapchat aktuell dem „Social Network“-Opa zu schaffen machen.

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